Wenn man im Freundeskreis mehr oder weniger den Anfang macht mit dem Kinderkriegen, dann hat man irgendwann das Bedürfnis, sich auch mit anderen zukünftigen Mamas auszutauschen. Das endet allerdings nicht immer so, wie man sich das wünscht. Wie wir nämlich alle wissen, sind Internetforen die Hölle auf Erden, und Muttis im Internet sind nochmal eine Stufe drunter. Trotzdem wollte ich es mal ausprobieren, wie es so ist, sich mit anderen Schwangeren im Netz auszutauschen. Heute will ich auch erzählen, wieso ich nun Abstand davon nehmen werde.

Die ersten Wochen haben ich mich im Internet natürlich mit niemandem über das Thema „Schwangerschaft“ ausgetauscht. Ich habe eine sehr gute Freundin, die kürzlich selbst Mama geworden ist und unser Austausch ist immer super bereichernd, angenehm und respektvoll – so wie man sich das eben wünscht. Doch irgendwann hat es mich dann ja doch gereizt zu erfahren: wie geht es denn aktuell anderen Schwangeren, die genauso weit sind wie ich? Was bereiten sie alles noch vor? Was fehlt, an was muss man denken? Also habe ich bei Facebook eine Gruppe gefunden, in der alle Frauen ihre Babys im Januar und Februar bekommen.

In solchen Foren bin ich oft stiller Mitleser, gebe nur ab und zu meinen Senf dazu und denke mir oft meinen Teil. Anfangs war die Gruppe super bereichernd und irgendwie nahezu gruselig idyllisch. Man gab sich gegenseitig Tipps, um Wehwehchen zu lindern, freute sich mit den anderen, wenn Ultraschalltermine anstanden und teilte seine Listen miteinander, was man für das Baby alles kaufen wollte. Ich kann sagen, dass der Austausch mir wirklich gut tat. Man fühlt sich mit seinen Macken und Symptomen auch nicht ganz alleine.

Doch seit einigen Wochen habe ich den Eindruck, dass in der Gruppe eine so angespannte Stimmung herrscht. Das führte dazu, dass ich persönlich kaum noch reingucke. Da wird gemotzt, weshalb denn eine 1000 Euro für einen Kinderwagen ausgibt. Die nächste verurteilt jeden, der dies und das anders plant. Wieder eine andere fragt, was denn alle ihren Männern zur Geburt schenken. Das löste eine RIESEN Diskussion aus, denn eigentlich sollten die Babys ja Geschenk genug sein, andererseits haben die ach so armen Männer uns ja ertragen, und wenn man es ganz genau betrachtet hätten wir Frauen mit all unseren Leiden ja Geschenke verdient. Ich halte mich aus solchen Diskussionen raus, und verfolge sie – mit einem lachenden, einem weinenden und einem dritten verwunderten Auge. 10000 Frauen, 10000 Meinungen.

Wieso mich einige Frauen in dieser Gruppe aber besonders nerven liegt daran, dass sie teilweise wirklich Fragen stellen, die mich nur mit dem Kopf schütteln lassen. Da fallen diese Damen mit Babys in ihrem Bauch die Treppe herunter, rutschen aus und fallen gegen ihr Bett oder hauen sich beim Putzen den Staubsauger in den Bauch, und anstatt einfach zu einem Arzt oder ins Krankenhaus zu fahren, wird erstmal Facebook gefragt. Sie haben ja „noch“ keine Beschwerden. Mich macht das echt wütend. Wenn man denkt, es könnte etwas mit dem Baby sein, dann frage ich einen Arzt und keine Wildfremden bei Facebook. Denn da gibt es dann zwei Parteien. Die eine Partei, die (meines Erachtens völlig zu Recht!) sagt, dass es doch bitte bei einem Arzt abgeklärt werden sollte – Lady, wir alle können nicht in deinen Uterus schauen – und die andere Partei, die der Meinung ist, man solle mal nicht so hypochondrisch sein (ja, dieses Wort fiel), dem Baby wird schon nix passiert sein und man solle doch erstmal abwarten. Wie man mit einem solchen Ratschlag noch ruhig schlafen kann, falls dem Baby der Frau doch was passieren sollte, weiß ich wirklich nicht. Als ich das erste Mal so einen Beitrag las, schrieb ich selbst noch, dass sie doch bitte ins Krankenhaus fahren soll, wenn sie sich Sorgen macht. Inzwischen scrolle ich solche Beiträge auch weg, weil ich mir denke, dass der gesunde Menschenverstand eigentlich reichen sollte. Weder Dr. Google, noch Dr. Facebook sind allwissend oder überhaupt „wissend“.

Und genau das nervt mich so: all diese Frauen haben irgendwie ihren Urinstinkt oder ihr Urvertrauen, eine Mama zu sein und zu werden, verloren. Nach Rat zu suchen, wenn man Sodbrennen hat ist ja die eine Sache. Doch in einer Facebookgruppe nach medizinischen Ratschlägen zu stöbern und dann Panik zu schieben, weil das Baby von einer anderen ja schon 10 cm größer ist laut Schätzungen, finde ich irgendwie gefährlich. Wieso müssen sich denn alle miteinander vergleichen? Der eine Bauch ist größer, der andere kleiner. Eine hat Komplikationen, die andere nicht. Babys entwickeln sich alle unterschiedlich. Frauenärzte handhaben die Untersuchungen alle verschieden. Das eine muss ja nicht schlechter sein, als das andere. Und Panik zu schieben, weil „im Internet gibt es da eine, bei der war das so und so“ kann doch niemals helfen. Deswegen halte ich mich nun auch fern von der Gruppe. Scrolle über die meisten Beiträge hinweg. Denn ich glaube das wird mit der Zeit nur noch schlimmer. Wir alle sind nun so zwischen der 27. und 34. SSW – und glaubt mir: sobald die erste da ihr Kind geboren hat, wird das Drama groß sein, wieso denn das eigene Kind noch nicht auf der Welt ist. Diese Art von negativer Stimmung möchte ich mir wirklich nicht geben, denn trotz aller Sorgen und Symptomen in der Schwangerschaft, genieße ich es einfach mit jeder Faser meines Körpers.

1 Comment

  1. Liebe Annika, ich war auch die Erste in meinem Freundeskreis und musste mir einen kompletten Mamikreis aufbauen. Und ich hab all das hinter mir, das du beschreibst. Ärgere dich nicht. Dort in dieser Gruppe findest du nicht die entspannten Mütter, zu denen du vermutlich gehören wirst. Und ansonsten bleib so wie du bist und versuch, dich weiter nicht verrückt zu machen. Ich bin von Babyschwimmen zu Babykurs zu Krabbelgruppe getingelt und es hat ganz schön gedauert, bis ich meine Crew gefunden habe, die gleich tickt. Aber – ich habe sie gefunden. Und mich immer weniger über diese „anderen“ Mütter geärgert. Und ein bisschen aufregend ist es dann auch, wenn du die andere vermeintlich coole Muddi dann ansprichst und fragst, ob ihr euch nicht mal auf nen Kaffee treffen wollt. 😉 Ich wünsch dir alles Gute. LG Sonja

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