Mein Mann André und ich waren im Frühling viel zum Shooten unterwegs – meistens habe wir jedoch mit anderen Fotos gemacht. Doch natürlich bin auch ich für das eine oder andere Foto vor seine Kamera gehüpft. So haben wir hier eine Serie, die gar keine richtige Serie ist, weil sie an drei verschiedenen Tagen entstanden ist. Sowohl digital als auch analog. Wie ich aus diesem Gestrüpp inhaltlich trotzdem einen roten Faden spinnen konnte, das werdet ihr gleich sehen. Für meine Gedanken hätten es jedenfalls keine besseren Fotografien, als die von dem Menschen sein können, der mich besser kennt, als kaum noch jemand.

Entscheidungen.

Ein Wort. Vierzehn Buchstaben. Es ist ein langes Wort mit einem noch längeren Rattenschwanz an Folgen, die es hinter sich her trägt. Wir treffen täglich Entscheidungen in unserem Leben. Wann stehe ich auf? Was esse ich zum Frühstück? Was ziehe ich an? Führe ich das wichtige Telefonat oder verschiebe ich es auf morgen? Wie geht alles weiter? Manche Entscheidungen sind unbedeutend für den weiteren Verlauf deines Lebens. Andere sind maßgeblich daran beteiligt, wie dein Leben weiter verläuft. Und manchmal, ja manchmal müssen wir Entscheidungen treffen, die uns das Herz zerreißen.

Entscheidungen entstehen oft aus dem Bauchgefühl heraus. Wir hören auf unser Herz, unsere Intuition – und sind nicht genau diese Entscheidungen oft genau die, die sich am Ende als richtig entpuppen? Trotzdem gibt es Situationen, in denen muss man sich gegen sein Herz entscheiden und rein auf den Kopf hören. Aus der Vernunft heraus entscheiden, weil man weiß, dass es richtig ist. Weil die Vernunft oft mehr Ahnung hat. Situationen, in denen man so entscheiden muss sind niemals schön. Denn es wäre doch so viel einfacher, immer auf sein Herz zu hören. Nicht auf sein Herz zu hören kann unglücklich machen. Zumindest kurzfristig. Doch langfristig könnte es unglücklich machen, wenn man seinem Herzen nachgibt.

An erster Linie, egal bei welcher Entscheidung, steht immer: wie geht es dir damit? Du ganz alleine entscheidest, wie du entscheidest. Niemand anders kann dir das abnehmen. Trotzdem wird es immer Spezialisten geben, die sagen: „Wie konntest du das machen? Ohgott, das bereust du bestimmt mal.“ Wer seid ihr, Entscheidungen anderer Menschen zu verurteilen? Ohne in meiner Haut zu stecken, kannst du nicht wissen, was ihn mir vorgeht. Niemand weiß das. Nicht einmal die Personen, mit denen ich darüber spreche haben ein umfassendes Bild davon, wie es mir geht. Denn das Brechen meines Herzens, das spüre nur ich. Die Tränen, die rauskommen, die muss ich wegwischen. Ich bin dankbar für jede Person in meinem Leben – und da gibt es zum Glück einige! – die mit mir die Tränen wegwischt und durch ihre lieben Worte mein Herz an der Stelle kittet, an der es brach.

Das Wichtigste ist, dass ich hinter meiner Entscheidung stehe. Und das tue ich mit jeder Faser meines Verstands. Meinem Herzen gebe ich einfach noch die Zeit, die es braucht. Es tut mir Leid, dass ich in Rätseln und Metaphern spreche. Es gibt bestimmt viele Menschen, die genau wissen über welche Entscheidung, die ich in den letzten Monaten getroffen habe, ich hier schreibe. Andere gibt es, die nun vielleicht spekulieren. Lasst es am Besten sein. Ich kann euch aber vergewissern: allen Beteiligten geht es nun viel viel besser als vorher. Und ist das nicht immer das Wichtigste?

 

Fotograf: André Ruske. ❤ Schaut gerne und unbedingt bei ihm vorbei. Bei Facebook oder auf seiner Homepage

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