Das erste Trimester der Schwangerschaft ist super aufregend, spannend und eine hormonelle Achterbahnfahrt. Trotzdem ist es einfach nur schön, denn auch der erste Ultraschall steht an, der Herzschlag ist zu sehen, und durch die Symptome wurde mir jeden Tag sekündlich gezeigt: es wächst ein Wunder in mir.

Der Schwangerschaftstest

Wenn man ein Baby plant, dann sitzt man nicht eines Tages da, und wundert sich „Huch, wo bleibt meine Menstruation?“. Nein, man sitzt bereits Tage vorher auf heißen Kohlen und hofft, dass sie nicht kommen. Wenn man seinen Zyklus ganz genau kennt, weiß man, wann man seinen Eisprung hatte und wann die Menstruation kommen müsste. Meine kam nicht, ich hatte auch nicht wie sonst nervige Pickel bereits eine Woche zuvor, und auch Krämpfe im Voraus bleiben aus. Mein Mann dachte sich nun also, da ich eh auf heißen Kohlen daheim sitze, kann er mir auch super romantisch Blumen und einen Schwangerschaftstest mitbringen. Ist das süß oder ist das süß? Wir hatten also den Test da, und meine Geduld wurde bis zum nächsten Morgen auf die Probe gestellt, da man ja am Besten mit Morgenurin testen soll. Ich und Geduld waren bisher keine guten Partner. Doch diese Lektion lernt man noch bevor man weiß, dass man schwanger ist, denn Geduld ist wohl der wichtigste Verbündete einer Schwangeren. Am nächsten Morgen begab ich mich also ins Bad, super aufgeregt. Mein Mann ebenfalls super aufgeregt. Und dann heißt es warten. Mindestens 1000 Minuten, so hat es sich angefühlt. Getraut drauf zu schauen haben wir uns erst gar nicht, doch die Neugierde siegt über der Angst und dann stand dort in riesigen Lettern „SCHWANGER“. Schwarz auf Displayhintergrundfarbend lasen wir es also: Unser großer Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Die Freude hier war riesig. Ich war nun also bei ca. 3+6. (Schwangerenchinesisch ist das mit diesen Zahlen, doch es ist sehr simpel. 3+6 bedeutet: Man ist 3 Wochen und 6 Tage schwanger und befindet sich in der 4. SSW.) Die Schwangerschaft war so frisch, alles war aufregend, und gleichzeitig beängstigend.

Die Gelüste

Meine Gelüste auf Schokolade, Käse und alles was ungesund und fettig ist hielten ca. bis zur achten Woche an. Ich fraß Kinderschokolade in Massen und Gouda am Stück. Wer sich jetzt vielleicht wundert: Richtig, ich lebe nicht mehr vegan. Ich bin überzeugt davon, dass eine vegane Schwangerschaft nicht schädlich ist. Noch überzeugter bin ich allerdings von meinem Bauchgefühl, welches mir auch heute noch täglich zeigt, dass man seinen Gelüsten nachgeben sollte, wenn einem der Körper nicht mehr alleine gehört. Das ist aber ein anderes Thema, das ich gerne nochmal aufgreife, falls ihr Interesse daran habt. Meine Essensgelüste waren leider weder die klassischen Oliven oder saure Gurken. Vielleicht, weil ich beides auch vorher gerne mochte.

Morgenübelkeit

Heißhungerattacken gingen genauso schnell wieder, wie sie kamen. An ihrer Stelle kam eine Nase, besser und empfindliche als jeder Spürhund und ein Magen so empfindlich wie nach einem Festivalwochenende. Oh Himmel. Ich konnte gar nichts mehr riechen. Ich betrat unser Haus und mir wurde schlecht, ich betrat den Bus und mir wurde schlecht. Ich roch Dinge, die ich immer lecker fand und fand sie widerlich. Umgekehrt konnte ich plötzlich Dinge riechen, die ich immer hasste. Es war ein Teufelskreis. Und besonders in den ersten Wochen, wo man die Schwangerschaft geheim hält, ist es ein Spießrutenlauf. Ich war wie der Elefant im Porzellanladen, der vor Verabredungen genau gucken musste, wie hoch die Wahrscheinlichkeit war eine Vase umzureißen bzw. reinzukotzen. Übrigens habe ich alles probiert. Ingwertee, Seabands, Homöopathie, Kekse morgens am Bett essen, kleine Portionen essen, scharfes Essen weglassen. Alles half irgendwie nur bedingt. Man weiß ja, dass es sich am Ende lohnt, doch es ist wahnsinnig frustrierend auf nichts Appetit zu haben, seine eigene Küche nicht betreten zu können und aus den merkwürdigsten Gründen zum Klo zu rennen. Kleiner Spoiler: Die Morgenübelkeit bin ich immer noch nicht ganz los. (Bin jetzt in der 15. SSW, wenn ich das hier tippe.) Doch es wird besser – yaaay!

Körperliche Veränderung

All die neuen Hormone in meinem Körper wurden von diesem nicht gerade mit Fahnen und Trompeten begrüßt. Ich bekam Pickel, trockene Haut, durfte meine Haare quasi jeden Tag waschen, wenn ich denn vorhatte das Haus zu verlassen. Dank der Übelkeit kam das ja nicht soooo oft vor. Mein Bauch hatte dank der vielen Fette am Anfang der Schwangerschaft gut zugelegt, durch die Hormone „blähte“ er noch auf. Schwangere wissen wovon ich spreche: Erst wird der Bauch kugelrund, dann wird er wieder normal und DANN erst fängt er dann tatsächlich zu wachsen. Logisch, wieso sollte ich auch in den ersten Wochen einen Babybauch haben. Das Baby ist noch winzig. Schön für Frauen mit kleinen Brüsten: sie wachsen, juchhhuuuu! Das ist doch mal ein netter Nebeneffekt.

Psychische Veränderungen

Plötzlich ist da jemand. In deinem Bauch. Wie abgefahren ist denn das? Dieser Gedankengang wird von Tag zu Tag präsenter. Man spürt das Baby in dieser frühen Phase natürlich gar nicht. Doch durch die körperlichen Veränderungen und die Übelkeit ist einem stets und ständig bewusst: hier passiert was. Ich finde dieser Gedanken so wunderschön, dass wir ein kleines Wunder geschaffen haben. Plötzlich wird man super verantwortungsbewusst. Man fragt sich oft, ob dies und jenes wohl sicher wäre. Man wird zum Beispiel im Bus leicht panisch, wenn der Fahrer Michael Schuhmacher spielt. Die Zukunft wird auf einmal noch klarer. Da sind nicht nur wir 2, sondern bald wir 3. Die Verantwortung, die auf den Schultern liegt ist wahnsinnig riesig, kaum greifbar und kann mitunter zu Entscheidungen führen, die einem schwer fallen. Man entscheidet nicht mehr nur für sich zu zweit, sondern zu dritt.

Das Baby

In den ersten 12 Wochen wächst das Baby schon wahnsinnig: Erst ist es so groß wie ein Mohnkorn, dann wie eine Himbeere, und schließlich wie eine Feige. Nahezu eine handvoll Baby. Diese Vergleiche lassen dieses winzige Geschöpf sehr real werden. Ich war in der bei 6+6 (7. SSW) beim Arzt, und habe dort dann auf dem Ultraschall das Herz schlagen sehen. Es war ein kleines süßes Klümpchen, und das Herz war eher ein Flimmern. Doch es war da, ganz sichtbar, ganz stark und so aktiv.

 

Das erste Trimester habe ich bewusst in nur einem Beitrag zusammengefasst: Der Bauchwachstum ist noch nicht dolle sichtbar, und auch sonst hatte ich ja nahezu wöchentlich dieselben Erlebnisse: Morgenübelkeit, Müdigkeit und hormonelle Umstellung en masse.Jetzt ab dem zweiten Trimester werde ich alle zwei Wochen ein Update posten. Natürlich kommen zwischendurch immer noch themenbezogene Postings, wie z.B. das Geschlecht, der Nestbau, usw. Ich gebe mir Mühe die Postings immer pünktlich zu veröffentlichen. Doch hey, manchmal muss und möchte ich einfach nur schlafen oder mit meinem Bauch reden. Nehmt mir das nicht übel. ❤

EDIT: Ich merke, dass ich es nicht schaffen werde, alle zwei Wochen ein Update zu posten: Das nächste Schwangerschaftsupdate kommt also nach dem zweiten Trimester! 🙂

 

4 Comments

  1. Hach, ich hab Tränchen in den Augen, so sehr freu ich mich für dich! Ich bin schon ganz gespannt auf die nächsten Beiträge. Toll wie detailliert du das alles schilderst! Du bist grandios! ❤

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