Wir sehen den Bäumen beim Wachsen zu.

An einem schönen Tag im Winter, waren Demmi und ich unterwegs im Wald, wo es wie Herbst aussah und haben innerhalb von 30 Minuten so viele wunderbare Fotos gezaubert, die mir wieder mal gezeigt haben, dass es meistens einfacher ist Fotos mit jemandem zu erstellen, mit dem man schon mehr als einmal gearbeitet hat. Was dabei rausgekommen ist gepaart mit ein paar Gedanken, findet ihr hier.

Es sind wieder einmal diese Tage, an denen ich nicht klar denken kann. Ich versuche zu schreiben, doch es kommt nicht das aus meinen Fingerspitzen, was in meinem Herzen ist. Es sind diese Situationen, die einen lähmen und dafür sorgen, dass man gar nicht ehrlich schreiben kann, weil die Ehrlichkeit nicht raus soll. Als jemand, der es liebt zu schreiben und mit Worten zu jonglieren ist es grausam, wenn man nicht das aufschreiben kann, was man gerne möchte. Nicht immer funktioniert das – dabei will ich auf diesem Blog doch so ehrlich wie möglich sein.

Da habe ich diese Themen, über die ich schreiben muss, aber nicht kann. Also schreibe ich erstmal nicht, oder nur für mich und uns und jeden, der im „inner circle“ ist und meine holprigen Andeutungen begreift. Für meine kleine Familie schreibe ich. Doch eigentlich reicht mir das nicht. Ich lenke mich ab. Lenke mich so viel ab, der Hund ist in der Pension, gar nicht bei uns momentan, er fehlt. Ich gehe arbeiten. Zwanzig Stunden die Woche im Lager sortiere ich Dinge. Viele sagen: Ach oh wow du arbeitest? Als würde ich die Ironie nicht spüren. Ihren Sarkasmus, weil ich nunmal nicht der Mensch bin, der mit festen Arbeitszeiten zurecht kommt.

Doch momentan bin ich so ein Mensch. Gefangen im eigenen Kopf bin ich dankbar, meinen Kopf zwanzig Stunden die Woche abgeben zu dürfen. Ich habe ihn ja schon im Mai wieder für mich alleine. Zumindest fast. Ich hasse Routine, doch ich liebe sie gleichermaßen. Ich brauche sie. Mehr als alles andere brauche ich momentan eine Aufgabe. Mehrere Aufgaben. Etwas zutun. Also miste ich aus. Ich räume in meinem Zimmer auf, ich räume auf unserem Dachboden auf. Wir gestalten unseren Garten neu.

Wir buddeln ein riesen Loch im Garten, so tief, dass wir uns darin verstecken könnten. Tun wir aber nicht. Wir buddeln und buddeln und schwitzen und spüren am Abend jeden einzelnen Muskel. Wie sehr ich dich und unsere Ehe liebe merke ich im Jahr 2017 so sehr, dass mein Herz viel schneller schlägt als es müsste. Unser Garten. Unser. Wir pflanzen einen Kirschbaum. Er ist jetzt schon so schön und soll wachsen und größer werden – hoffentlich wächst er und wird größer. Hoffentlich! Wir gießen ihn, wenn es nicht regnet. Er blüht bereits. Wie schnell er wohl wachsen wird? Unser Apfelbaum wächst rasendschnell.

Unter unseren Fingernägeln finden wir Erde, und die Knie sind ganz schmutzig. Wir müssen am Ball bleiben, damit unser Garten schön wird. Müssen viel Kraft aufbringen, um all die alte Erde abzutragen, und etwas neues zu schaffen. Und die Erinnerungen an den alten Garten werden immer bleiben, denn wie könnte man ihn vergessen. Doch er ist dann unserer, und neu und schön. Ist das dieses sesshaft werden von dem alle reden? Wir lieben es!

Wir werden uns hier nicht verstecken müssen, denn er ist unsere Wohlfühlzone – keine Nachbarn, die gucken und tratschen und sich hinter deinem Rücken fragen: „Was ist da nur los?“, anstatt einfach mal zu fragen. Im Winter wird alles schneeweiß sein und im Frühling bunt – hier soll das Leben blühen & ich will niesen müssen, weil ich Heuschnupfen habe, doch wenn ich niese, dann weiß ich wenigstens, dass mein Körper mir damit mitteilen wird: Es wird Sommer, es wird wärmer, es wird alles gut!

Und im Herbst wird der Wind durch unsere neugepflanzten Bäume wehen, doch dann sind sie schon groß und stark und nichts und niemand kann sie umpusten! Das werden dann die Tage sein, an denen mir mein Kopf durchgepustet wird und ich wieder klar denken kann!

 

Fotograf: Demmi Photography. Schaut mal auf seiner Homepage seinen Blogbeitrag zu unseren Fotos an. Und auch bei Facebook findet ihr immer viele und aktuelle Bilder.

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