Die Kamera und ich.

Seit einer Weile bin ich ja auch im Besitz einer Kamera. Eigentlich angeschafft, um die Landschaften zu fotografieren und gelegentlich Eindrücke bei Roadtrips festzuhalten. Doch dann habe ich mir im Winter einen Fernauslöser gekauft, denn ganz ehrlich: wenn man gerne modelt, und auch gerne fotografiert – dann ist es irgendwann die logische Konsequenz auch mal auszuprobieren, sich selbst zu fotografieren. Wie das so war, und was ich daraus mitgenommen habe, möchte ich euch heute erzählen.

„Wie, du hast dich sonst noch nicht selbst fotografiert? Aber du machst doch Selfies?“ – ja, das stimmt natürlich. Ich mache mit meinem Handy Selfies und zu Zeiten von SchülerVZ, ICQ und den Anfangszeiten von Facebook habe ich auch mit meiner Digitalkamera Bilder von mir selbst gemacht. Doch mit einer Spiegelreflexkamera und manuellen Einstellungen inkl. Fokus Selbstportraits zu machen, ist irgendwie dann doch nochmal anders. Eigentlich sollte ja der Trick bei der Sache sein, dass eben nicht unbedingt gesehen wird, dass man einen verkabelten Selbstauslöser benutzt hat. Dieses Bild hätte eben auch ein Fotograf machen können. Theoretisch. Ich habe mir also Tageslicht, unsere Fensterbank und eine Lichterkette geschnappt und habe drauf los probiert.

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Viele der Dinge, die im eigentlichen Bild dann doch „stören“ bemerkt man leider erst, wenn die Bilder auf dem PC sind und man sie als Gesamtes sieht. So ist dann die Couch im Hintergrund irgendwie unpassend & die Lichtverhältnisse hätte man anders ausrichten können. Wenn es dann an die Bearbeitung geht, merke ich: Portraits bearbeiten ist wirklich super schwer, wenn man keine Ahnung hat. Ich habe mir also ein paar Tutorials angeguckt, und dann mal rumprobiert. Nun könnte man sagen: Du hast doch einen Fotografen geheiratet, der kann das doch für dich bearbeiten. Aber mal ehrlich: Wo bleibt da der Sinn? Natürlich frage ich André um seinen Rat, und vielleicht auch mal um Tricks und Tipps. Ich finde jedoch auch, dass die persönliche Stilfindung eben nur von einem selbst kommen kann – und dafür muss man eben rumprobieren. Und auch wenn die Funktionen in Lightroom erstmal wie ein Fass ohne Boden erscheinen – wenn man weiß, was man machen möchte, dann finden sich die Werkzeuge dafür auch.

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Aus vielen Gründen finde ich es spannend, mich selbst mal in die Position des Fotografierenden zu begeben. Zum einen kann man sich unendlich viel Zeit nehmen, verschiedenste Posen ausprobieren. Direkt ins Bild eingreifen, ohne jemandem auf die Füße zu treten und Dinge ausprobieren, worauf vielleicht kein Fotograf Lust hat, oder bei denen man nicht mal sicher ist, ob das überhaupt so wirkt, wie man denkt. Außerdem finde ich den Bearbeitungsprozess spannend. Wenn man als Model auch mal selbst fotografiert, dann kann man die Fotografenperspektive viel besser nachvollziehen. Man sieht nicht nur schöne Ergebnisse, sonder auch den ganzen Ausschuss; man lernt, wann man komplett doof guckt und welche Perspektiven geeignet sind. Und zu allerletzt lernt man die Nachbearbeitung noch (!) mehr zu schätzen, wenn man merkt, wie viel Arbeit dahinter steckt. (Durch André weiß ich das natürlich schon – es dann aber selbst zu erleben ist nochmal komplett neu.)

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Das Praktischste am Selbstportraits erstellen ist für mich: ich kann IMMER Fotos machen, wenn ich gerade Zeit und Lust dazu habe, und muss nicht hoffen, dass ich genau in dieser Sekunde einen Fotografen finde. Auch wenn viele das nicht glauben: Shootings zu planen erfordert viel Zeit, weil man gemeinsame Termine finden muss, was besonders dann schwer ist, wenn man nicht in der gleichen Stadt wohnt. Natürlich arbeite ich auch sehr gerne mit anderen Menschen zusammen, weil durch zwei (oder mehr) Meinungen immer noch andere Dinge entstehen & ich die unterschiedlichsten Bildstile und Ideen von vielen Fotografen sehr liebe. Doch die Alternative, nur mit mir alleine zu arbeiten, ist auch ganz schön und wird voraussichtlich auf meinem Blog auch mehr und mehr Platz finden. Sofern ich denn mit den Ergebnissen zufrieden bin. Seid nachsichtig – ich bin noch ganz am Anfang.

Wie immer freue ich mich über eure Gedanken, Anregungen und Kritiken.

Fotos und Bearbeitung: von mir.

Außerdem möchte ich gerne einmal loswerden, welche Fotografin mich irgendwie dazu bewegt hat, die Kamera in die Hand zu nehmen, um auch mich selbst zu fotografieren und sie weiß davon bestimmt nicht mal: die liebe Monika Scherer von Monika Jia Rui Photography. Ihre Selbstportraits sind ganz große klasse und ich schaue mir ihre Arbeiten seit Ende 2015 bewundernd an. Leider trennen uns sehr viele Kilometer, aber trotzdem hoffe ich, dass wir es in naher Zukunft schaffen uns einmal zu treffen. Ihre Bilder (und eben besonders (!) die Selbstportraits) sind so voller Emotionen, die sicherlich schwer sind einzufangen. Ihre Fotografien bewegen mich, und ich denke, dass eben diese Emotionen in einem Selbstportrait einfach verstärkter zum Ausdruck kommen können. Ich finde es faszinierend, wie Bilder von einem mir ja eigentlich fremden Menschen so etwas schaffen können. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei!

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