Teil 9 meiner Reihe #weddingstuff.❤ Heiraten ist spannend. Immer. Denn in den meisten Fällen tun wir es zum ersten und auch einzigen Mal. Dieser besondere Tag wird monatelang bis ins kleinste Detail geplant. Dabei gibt es so viele Komponente, die mit hinein spielen, dass der Tag perfekt wird. Meine Erfahrungen möchte ich gerne mit zukünftigen Bräuten (und anderen Interessierten) teilen.

Heute: Schwierige Situationen meistern.

Das hier wird wohl der erste Beitrag der Reihe ohne Fotos, einfach weil ich dazu keine passenden Bilder habe. Dafür aber jede Menge Gedanken, die ich versuchen werde etwas kürzer als gewohnt zusammen zu fassen. Bei einer Feier können größere oder kleinere Probleme im Vorfeld oder währenddessen auftreten. Situationen, die man nicht eingeplant hat, und deren Umgang nicht immer leicht ist. Bei uns gab es exakt zwei Situationen, die – besonders für mich – nicht sehr einfach waren. Trotzdem haben wir sie gemeinsam gemeistert. Was ich daraus gelernt habe, welche Erfahrungen mit mitnehmen konnte und welche Tipps ich euch daher geben kann folgt nun.

Situation 1: Einen Gast wieder ausladen.

Unsere Gästeliste war ohnehin schon nicht riesig und gut durchdacht. Ich habe bereits in dem Beitrag über die Gästeliste darüber gesprochen, dass wir eine Ausladung dabei hatten. Dieses Thema wollte ich hier gerne nochmal separat ansprechen. Ich gehe davon aus, dass besagte Person meinen Blog eh nicht mehr liest. Falls aber doch, ist mir das inzwischen auch ziemlich egal. Mein Standpunkt steht fest und das auch nicht erst seit gestern. Man kennt sicherlich Freundschaften, in denen es mehr als einmal gekracht hat, in denen man sich so stark auseinander gelebt hat, doch ein Ende der Freundschaft nicht akzeptieren kann. Man hat sich verändert und das ist okay, doch durch gemeinsame Erlebnisse in der Vergangenheit ist einem diese Person so stark verbunden, wie nur wenige. Der Streitpunkt, der nun vor der Hochzeit das Fass zum Überlaufen brachte war zunächst gar nicht die Hochzeit selbst, sondern der Junggesellenabschied. Ich will gar keine Details „ausplaudern“. Das Hauptproblem für mich war am Ende, dass wirklich ziemlich schlecht über meine Trauzeugin geredet wurde von dieser einen Person und da werde ich fuchsig. Damit war die Kacke dann schon am dampfen. Der Streit drehte sich im Kreis und schließlich sagte ich, dass sie auch gar nicht kommen muss, wenn sie offenbar nur zu meckern hat. Ja, ich reagiere eben sehr drastisch in solchen Momenten. Und nun sollte man meinen, dass das das Ende ist – doch da täuscht man sich. Letztlich kam raus, dass sie noch so einige andere Dinge in unserer Planung total scheiße findet und zu guter Letzt warf sie mir an den Kopf, dass sie die komplette Ehe in Frage stellt. Rückblickend betrachtet also die beste Entscheidung, sie auszuladen.

Mein Tipp für euch: Ja, es tut weh. Nein, einfach ist es nicht. Aber denkt doch bitte an euch! Wie oft ich in diversen Brautgruppen von ätzenden Brautjungfern und blöden Bekannten gelesen habe. Die versauen euch euren Tag und ihr lasst es einfach zu! Die Hochzeit ist euer Tag, nur eurer! Da darf man auch ruhig mal egoistisch sein und seine Gastgeberqualitäten, und den Wunsch es jedem Recht zu machen, hinten anstellen. Wenn euch jemand so akut nervt und ihr ernsthafte Sorgen habt, die Anwesenheit der Person könnte euch den Tag versauen: Dann ladet die Person aus. Egal wie sehr das weh tut. Denn ihr heiratet nur ein einziges Mal. Der Tag lässt sich nicht wiederholen. So einfach ist das. Ich weiß nicht ob es am stetigen älter-werden liegt, doch ich habe seit einigen Jahren eine ganz andere Meinung zu Freundschaften: Entweder sie funktionieren, oder halt nicht. Ich kämpfe auch für Personen, die mir wichtig sind, ich sehe aber auch, wenn jeder Kampf zwecklos ist. Ich kann Menschen besser gehen lassen, wenn ich merke, dass man sich gegenseitig nicht mehr gut tut. Eine Freundschaft, die nur auf gemeinsamen Erlebnissen in der Vergangenheit aufgebaut ist, sich in der Gegenwart aber nicht weiterentwickelt, muss nicht mit allen Mitteln aufrecht erhalten werden. Und das zu akzeptieren kann echt schwer sein. Sie wird immer einen Platz in meinem Herzen haben, doch in meinem Leben nicht mehr.

Situation 2: Todesfall kurz vor der Hochzeit.

Zwei Monate vor unserer Hochzeit ist meine Oma gestorben. Und anders als in Situation 1 werde ich mich hier nun probieren an meinen „kürzer als gewohnt zusammen fassen“ – Vorsatz zu halten. Ich habe schon einige Beiträge über den Tod und das Verarbeiten gepostet (könnt ihr hier nachlesen: Auf zu neuen Ufern. oder hier Achterbahnfahrt.) doch ich möchte noch ganz kurz den Zusammenhang zur Hochzeit ziehen. Meine Oma bei unserer Hochzeit dabei zu haben, wäre das größte Geschenk gewesen – mir war schon bei unserer Verlobung klar, dass es ihr nicht gut geht, doch die Hoffnung gab ich nie auf. Anfang des Jahres änderte sich das dann jedoch, weil es ihr zunehmend schlechter ging. Als sie schließlich starb, war tatsächlich der präsenteste Gedanke bei mir: Aber sie sollte uns doch „Ja“-Sagen sehen. Es gibt zwei Dinge, die mir beim Akzeptieren besonders geholfen haben. Und ich kann euch nur raten: Sucht euch solche Dinge, an denen ihr euch festhalten könnt. Die die negativen Emotionen positiven belegen können. Zum einen hat mir geholfen, dass ich ihr am Sterbebett erzählt habe, wie mein Hochzeitskleid aussieht und welche Blumen ich mir ausgesucht habe. Auch wenn sie nicht mehr wirklich reagieren konnte, so bin ich sicher, dass sie das gehört hat. Zum anderen habe ich mir immer vorgestellt, dass Opa und sie nun am Hochzeitstag auf den Wolken Walzer tanzen können. Ich bin nicht gläubig und an den Himmel glaube ich auch nicht. Doch diese Vorstellung war so wunderschön, dass mein atheistisches Herz sie einfach zulassen musste.

Mein Tipp für euch: Erlaubt euch zu trauern. Seid traurig, seid wütend und enttäuscht, weil ihr den Menschen gerne dabei gehabt hättet. Doch macht euch bewusst, dass dieser Mensch nicht gewollt hätte, dass der Tod wie eine dunkle Wolke über eurer Hochzeit schwebt. Seid an dem Tag fröhlich und lacht, weil es die Person sehr sehr glücklich gemacht hätte, euch glücklich zu sehen.

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Natürlich gibt es auch viele kleinere Dinge, die am Tag selbst schief gehen können. So liegt neben der Hochzeitstorte kein Geschirr und man wird leicht panisch, weil es doch eh schon zu spät ist. Oder die DJs spielen das falsche Lied zum Hochzeitstanz. Doch glaubt mir, in diesen Momenten bekommt man zwar einen kleinen Bridezilla-Anfall, doch es ist schnell alles wieder gut, einfach weil man weiß, dass man im Vorfeld deutlich schwierigere Dinge gemeistert hat.

 

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