Das Hundekind wird 5.

Am 19. Dezember 2011 erblickte Jamie diese Welt. 5 Jahre später feiern wir heute seinen Geburtstag und freuen uns, dass das kleine Baby groß geworden ist. ❤ Meine jährlich-wiederkehrenden Gedanken dazu, was es bedeutet ein Fellknäul in seinem Leben zu haben könnt ihr heute hier lesen:

Seit fünf Jahren ist Jamie nun auf dieser Welt. Das ist gut ein Fünftel meines Lebens, welches der kleine Spinner schon begleitet. Die Entscheidung damals, einen Welpen aufzunehmen, kam eigentlich nicht überraschend aber irgendwie doch. Ein Jahr lebte ich zu diesem Zeitpunkt „ohne“ Hund. Und irgendwie fehlte es mir sehr. Dass es nun ein Welpe wurde, dazu haben viele verschiedene Umstände beigetragen – letztlich war es doch aber so: einen perfekteren Zeitpunkt für einen Welpen gab es in meinem Leben nicht.

„Ich werde immer für dich da sein“, versprach ich ihm. Jamie war klein wie ein Meerschwein, die Augen waren geschlossen und er konnte noch nicht hören. Ein Versprechen, an welches ich in den vergangenen fünf Jahren oft dachte, besonders dann, wenn es schwierig wurde. Einen Hund aufzunehmen, bedeutet Verantwortung zu haben. Natürlich weiß ich, dass es immer im Leben Situationen geben kann, in denen man diese Verantwortung nicht mehr tragen kann. Doch solange man dazu in der Lage ist, sollte man sie tragen, sollte man seine Versprechen halten. Das werde ich tun. ❤

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Als Jamie in mein Leben trat, war ich in einem absoluten Tiefpunkt. Verzweifelt versuchte ich zwar, mir einzureden, dass es mir gut ging und versuchte normale Lebensstrukturen zu haben. Doch das hatte ich nicht. Ich würde nicht per se jedem mit psychischer Erkrankung zu einem Welpen raten, doch ich kann auch sagen: es kann helfen. Nicht etwa, weil Welpen so zuckersüß sind und dich glücklich machen. Glaubt mir, sobald sie das erste Mal den Teppich vollgepisst und das Lieblingsbuch zerfressen haben, sinkt der Süß-Sein-Pegel ganz schnell. Nein, es geht darum, dass ein Welpe Struktur im Tag braucht. Er möchte was von der Welt sehen, will Dinge beigebracht bekommen und regelmäßig am Tag spazieren gehen. Glaubt mir: Verantwortung für einen Welpen zu haben, ist besonders bei sozialen Ängsten und Depressionen wirklich wirklich gold wert.

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Noch bedeutender ist aber: Ein Hund lebt im Hier und Jetzt – das ist das wichtigste, was wir von ihm lernen können. Sei glücklich. Wälz dich im Schlamm, sei dreckig und deswegen glücklich. Lieg auf dem Sofa, mach einen Mittagsschlaf, aber sei dann wieder mit voller Energie bereit zu neuen Abenteuern. Verlass die Wohnung, geh raus, geh in die Natur. Kuschel viel und lange. Genieße gutes Essen. Iss auch mal Dinge, die du eigentlich nicht essen solltest. Lass dich von nervigen Menschen nicht stressen. Ein Hund ist ein Ruhepol. Selbst so eine hektische Hummel wie Jamie.

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Jamie wurde älter und mit der Pubertät kamen die Macken, mit den Macken die Krisen, mit den Krisen die Verzweiflung, doch mit der Verzweiflung auch Lösungen und mit den Lösungen wieder Zufriedenheit. Es ist ganz normal, dass ein Hund nicht immer „aufs Wort hört“ und seinen eigenen Kopf hat. Ein Hund muss nicht alles können, nicht alles wollen und nicht alles machen. Mit ein bisschen Organisation und Management lässt sich so ein Hund aber immer in den Alltag integrieren. Manchmal muss man sich damit arrangieren, dass der Hund eben nicht überall mit hin kann. Muss er auch nicht, will er vielleicht auch gar nicht. Ich will ja auch nicht überall hin. Mich stressen gewisse Situationen auch. Und ich setze mich nicht allen davon aus.aadsc02979

 

Jamie zeigt uns oft, dass es die kleinen Dingen im Leben sind, die man genießen sollte. Meerluft, eine Möhre, draußen gefundene Schätze, die man dann nach Hause trägt. Ausführliches Kraulen hinter dem Ohr, an der Stelle, wo man selbst so schlecht ankommt. Besuch von lieben Menschen. Ein Gute-Nacht-Kuss.

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André Ruske Fotografie

Alles Liebe zu deinem 5. Geburtstag du kleiner großer Mann, liebstes aller Fellknäule. ❤ Auf ganz viele weitere Jahre mit dir! Bald ziehen wir in ein Haus mit eigenem großen Garten. Wenn du wüsstest, dass das Abenteuer Leben gerade erst begonnen hat! Ich hab dich lieb!

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André Ruske Fotografie

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