Du musst das Spiel nicht mitspielen.

Vor ein paar Monaten habe ich die liebe Andrea Krüger in Hannover getroffen. Auf Andreas Arbeiten bin ich durch Britta gestoßen. Die beiden fotografieren öfter gemeinsam, und so war Britta auch bei unserem Treffen mit dabei. Wir hatten zu dritt einen wunderschönen Nachmittag im Georgengarten. Leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite, weshalb wir ein bisschen kreativ werden mussten, um nicht nass zu werden. Die Stunden vergingen viel zu schnell und ich hoffe, dass ich auch Andrea wiedersehen werde! Auch unsere Gespräche im Anschluss waren für mich sehr inspirierend.

Da es pünktlich zu Shootingbeginn zu regnen begonn, haben wir es uns zunächst im Keller des dortigen Museums „gemütlich“ gemacht. Das kalte Licht dort hatte eine wirklich interessante Atmosphäre und wir haben ein bisschen mit Blitzlicht experimentiert. Ich habe – wieder einmal – gemerkt, dass ich in den vergangenen Jahren deutlich selbstbewusster geworden bin. Wir mussten gefühlt alle zwei Minuten auf der Treppe wieder Platz machen und selbst wenn die Leute grimmig drein blickten, so hat mich dies nicht weiter gestört. Draußen hatten wir da schon eher unsere Ruhe und unter den Bäumen waren wir auch die meiste Zeit vom Regen geschützt. An dieser Stelle auch nochmal ein großes DANKE an Britta für die Frisur. ❤ Und nun geht der eigentliche Beitrag los:
_mg_9262_2-kopieWir leben in einer Gesellschaft, in der du als Frau Selbstzweifel bekommst, weil dir nicht hinterher gepfiffen wird.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der man sein eigenes Glück immer von anderen Personen abhängig macht.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der man sich nicht durch seine Taten, sondern seine Besitztümer profiliert.
_mg_9319-kopieIn unserer Gesellschaft fragt man beim Kennenlernen nicht zu erst, was der andere gut und gerne in seiner Freizeit macht – es wird nach dem Job gefragt.

Niemand fragt dich, warum du gerne reist – es wird gefragt, wie man sich das leisten kann.

Wir definieren uns nicht mehr durch das, was wir können, sondern mit dem, was uns erfolgreich machen könnte.
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Ich frage mich manchmal, seit wann es wichtiger ist, eine große Reichweite zu haben, als Spaß an dem zu haben, was man tut.

Ich frage mich manchmal, warum bei den eigenen Entscheidungen heutzutage immer abgewogen wird, wie die Gesellschaft dies wohl finden könnte.

Schwarz oder weiß – kein grau vorhanden.

Entweder du bist Aussteiger und lebst ohne Geld, ohne Matratze und planst auszuwandern. Oder du bist Spießer, baust ein Haus und gründest eine Familie mit sicherem Einkommen.

Wieso können wir nicht beides haben?

_mg_9397-kopie _mg_9397-2-kopieIch will „the best of both worlds“ – ein bisschen Hannah Montana, ein bisschen Miley Cyrus. Ich will mich nicht an die Gesellschaft anpassen müssen, doch ich möchte mir aussuchen dürfen, wenn ich spießig sein will.

Wenn ich ein Haus bauen will, Kinder kriegen und eine monogame Ehe führen will, dann steht das in keinem Konflikt dazu, dass ich Künstlerin bin, gerne reise und einen Großteil dieser Gesellschaft verurteile.

Wenn ich Bock habe am Herd zu stehen und zu kochen, Wäsche zu waschen und zu putzen, dann steht das in keinem Konflikt dazu, dass ich für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bin.

Wenn ich mich gerne schminke, bunte Tattoos habe und gepierct bin, dann steht das in keinem Konflikt dazu, dass ich dafür plädiere, dass man seine Selbstzufriedenheit auch ohne Make-Up erlangen sollte.

_mg_9426-3-kopieIch bin ein menschliches Wesen und das heißt auch, dass ich voller Widersprüche sein darf.

Wir dürfen unsere Meinungen ändern, sie weiterentwickeln und plötzlich all unsere Wertvorstellungen über Board werfen. Wir müssen das nicht tun, doch wir dürfen.

In einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen dafür verurteilt werden, dass sie sich verändern, haben wir die Pflicht, uns ständig zu verändern.
_mg_9433-2-kopieDenn was haben wir von Stillstand? Das Leben soll weitergehen, die Welt soll sich positiv verändern. Und dafür müssen wir uns positiv verändern.

Wir müssen uns Fehler eingestehen, müssen unsere Ansichten überdenken. Und wenn das Überdenken nur dazu führt, dass wir merken, dass wir noch immer hinter unseren Ansichten stehen.

Das Leben ist ein Prozess. Und du allein bist der Richter.

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Wir leben in einer Gesellschaft, in der du als Frau Selbstzweifel bekommst, weil dir nicht hinterher gepfiffen wird. Doch was interessiert dich was andere denken, wenn du selbst mit dir zufrieden bist?

Wir leben in einer Gesellschaft, in der man sein eigenes Glück immer von anderen Personen abhängig macht. Doch was nützt dir dieses Glück, wenn die Personen plötzlich weg sind?

Wir leben in einer Gesellschaft, in der man sich nicht durch seine Taten, sondern seine Besitztümer profiliert. Doch dein Besitz ist nur eine Illusion und kann verschwinden, deine Taten kann dir niemand mehr nehmen.
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Fotografin: Andrea Krüger. Zu finden bei Facebook und Flickr. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ❤

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3 Gedanken zu “Du musst das Spiel nicht mitspielen.

  1. Hallo Annika, dass ist ein wunderbarer Text. Deinen Worten ist nichts hinzuzufügen!

    Die Bilder sind klasse! Das erste Foto auf der Treppe ist der Hammer, Licht, Pose uns selektive Schärfe super. Die Bilder mit den hochgesteckten Haaren sind auch sehr schön, ein bisschen ein wilder Audrey Hepburn Look. Da steckt viel von verschiedenen Welten drin. Aussergewöhnlich mit einem Wow-Effekt!

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