Teil 2 meiner Reihe #weddingstuff. ❤ Heiraten ist spannend. Immer. Denn in den meisten Fällen tun wir es zum ersten und auch einzigen Mal. Dieser besondere Tag wird monatelang bis ins kleinste Detail geplant. Dabei gibt es so viele Komponente, die mit hinein spielen, dass der Tag perfekt wird. Meine Erfahrungen möchte ich gerne mit zukünftigen Bräuten (und anderen Interessierten) teilen.

Heute: Die Gästeliste

Am Anfang steht natürlich der Antrag und dann die Frage nach dem „WANN“. Doch eigentlich kurz danach beginnt man sich zu fragen: Wen laden wir eigentlich ein? Dazu sollte man für sich selbst ein paar grundsätzliche Fragen klären:

In was für einem Rahmen feiern wir? Standesamtlich, kirchlich, freie Trauung oder sogar zwei davon kombiniert? Wollen wir in einem ganz kleinen Rahmen „Ja“ sagen oder ist es uns wichtig, dass alle Gäste dort dabei sind? Mit wie vielen Leuten wollen wir überhaupt feiern? Nur wir zwei oder gemeinsam mit den Trauzeugen oder diese und dann noch die Eltern oder die Familie auch noch und Freunde – wenn ja, enge Freunde, oder alle Freunde? Es gibt unzählige Kombinationen!

Letztendlich trifft jedes Brautpaar natürlich selbst die Entscheidung, wer eingeladen wird. Ich möchte euch gerne erzählen, wie wir unsere Entscheidung getroffen haben, auch wenn ich damit eventuell dem ein oder anderen auf den Schlips treten könnte, da sicherlich nicht alle meine mit mir befreundeten Leser auch auf unserer Hochzeit waren.

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Wir haben standesamtlich geheiratet. Kirchlich hat sich für uns schnell ausgeschlossen, da wir beide nicht gläubig und ohnehin ausgetreten sind. Eine freie Trauung stand zeitweise im Raum, doch da es wirklich ein großer Akt ist, einen Redner zu finden, der toll und dann auch noch halbwegs bezahlbar ist, haben wir das auch wieder verworfen und es uns gedanklich für eine Gelübde-Erneuerung beim 10. Hochzeitstag o.Ä. aufgehoben. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir nur klein heiraten und unsere Trauzeugen und Eltern und Schwestern dabei haben, doch je mehr darüber nachgedacht wurde, desto deutlicher wurde uns: Nein, da würden uns wirklich viele wichtige Menschen in unserem Leben fehlen. Also war klar, dass auch aus der Familie und dem Freundeskreis viele dabei sein sollten. Wir fanden ein Standesamt, das uns ermöglichte, das wirklich ALLE bei der Trauung dabei sein konnten. Zu der standesamtlichen Trauung folgt ein seperater Post. Darum beantworte ich hier jetzt die Frage: Woher wussten wir, wen wir einladen und noch viel wichtiger: wen nicht. Wo setzt man seine Grenze, wenn man einen intimen und recht kleinen Rahmen behalten möchte, aber Familie und Freunde einlädt.

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Wir haben eine Liste geschrieben und gemeinsam überlegt: Haben wir mit dieser Person viel zu tun oder bedeutet sie uns sehr viel? Besonders bei der Familie ist das schwierig. Meiner Meinung nach – und ich weiß, dass viele Bräute es anders machen – muss ich nicht jede Person einladen, nur weil man verwandt ist. Es gibt Verwandte, die wussten nicht mal, das wir verlobt sind. Und ganz ehrlich: Möchte ich jemanden dabei haben, wie ich das Ehegelübde spreche, der uns so wenig kennt? Meine Antwort ist Nein. Darüber hinaus muss man einfach irgendwo eine Grenze ziehen. Hätte ich beispielsweise alle Cousins und Cousinen inklusive Ehepartner und Kinder eingeladen hätten wir direkt 10 Personen mehr anwesend gehabt. Wir haben uns also auf unsere „engste Verwandtschaft“ geeinigt. Es gibt ein Buch, das heißt „Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen“ und das wurde zu einem Leitsatz bei unserer Gästeliste, auch wenn das vereinzelt zu Stress führte. Die Wahl der Freunde, die wir eingeladen haben, war da deutlich einfacher: Wir haben die Menschen eingeladen, die entweder mit uns als Paar wirklich viel zu tun haben, oder die uns seit langer Zeit viel bedeuten. Wichtig dabei ist zu wissen: Ihr könnt es sowieso nicht jedem Recht machen. Aber irgendwo muss man leider seine Grenze ziehen, wenn man über eine bestimmte Gesamtzahl nicht hinaus möchte. Wichtig ist dabei immer, dass ihr als Paar euch einig seid. So waren wir uns zum Beispiel auch einig, nur Partner einzuladen, die wir gut kennen. Es ist schön, wenn man „+1“ einlädt, doch das kann unter Umständen die Gästezahl auch mal flott fast verdoppeln. Und ein intimer Rahmen ist wohl kaum gegeben, wenn 1/3 der anwesenden Personen einem fremd sind. Auch hier muss man sich einig und bewusst sein, dass das eben bedeuten kann, dass jemand absagt, wenn er/sie seinen Partner nicht mitbringen darf.

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Wir hatten übrigens auch eine Ausladung dabei. Ich möchte euch motivieren: Wenn ihr im Laufe der Zeit merkt, eine Freundschaft verändert sich (und man sagt nicht umsonst: Bei Hochzeiten und Trauerfällen merkst du, wer deine wahren Freunde sind), dann habt keine Angst, mit dieser Person zu sprechen. Ich glaube es gibt fast nichts Schlimmeres, als jemanden auf der Hochzeit sitzen zu haben, der durchgehend eine Fresse zieht und lieber woanders wäre. In meinem Fall wurde dadurch eine jahrelange Freundschaft beendet. Doch nachdem von dieser Person sogar die Beziehung von André und mir in Frage gestellt wurde, sehe ich, dass die Ausladung absolut richtig war.

Rückblickend betrachtet bin ich sehr froh, dass wir es so gemacht haben, wie wir es gemacht haben. Unsere Gäste waren die tollsten, die wir uns wünschen konnten und so hatten wir einen schönen und stressfreien Tag ohne Muffel oder Kritiker. ❤

An die Bräute unter euch: Erzählt mir gerne in den Kommentaren, wie ihr das mit der Gästeliste gehandhabt habt. Ich bin gespannt.

Fotos: http://www.thomasgoebert.de/

(Ein Post nur über unseren Fotografen folgt natürlich auch noch! :3)

5 Comments

  1. Die Gästeliste ist für mich mit einer der Gründe, erst mal nicht zu heiraten >_< Ich finde es schön, wie ihr das gehandhabt habt 🙂 Und dass ihr den Mut zu einer Ausladung hattet

  2. Ich fühle da mit dir und wir haben zwar um die 50 Leute eingeladen, aber letztendlich waren wir 26, da viele Bekannte/Verwandte aus Salzburg (Österreich) nicht anreisen konnten und es war perfekt so! Es haben alle Gäste den ganzen Tag mit uns verbringen können, von der Trauung im Standesamt Glückstadt bis zum Ende der Feier in Hamburg! Und wir hatten genug Zeit für alle! Die Location haben wir auch auf die kleine Personenanzahl angepasst (Extra-Raum am Strand Hamburg Övelgönne im Restaurant Süßwasser). Dann muss man vielleicht auf was verzichten (Tanzfläche in unserem Fall), aber das war wirklich zu verschmerzen, da wir die Zeit noch besser nutzen konnten 🙂

  3. wir werden es ähnlich halten und haben sehr ähnliche Ansichten, vorallem bezüglich des „+1“ 🙂
    schwere Entscheidungen, die man da treffen muss, aber es sollte immer Verständnis kommen von anderen..

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