Find comfort in your fears.

Vor einigen  Wochen haben Florian Maul und ich Fotos gemacht. Und zwar bei meinen lieben Eltern im Wohnzimmer (vielen Dank an der Stelle nochmal euch. <3) – unser Hauptmotiv sollte das mit den Kerzen sein, doch davor haben wir noch weitere Fotos im Bereich „Homeshooting“ gemacht. Was dabei so raus gekommen ist, und wieso ich vor einigen Jahren jedem einen Vogel gezeigt hätte, der vorgeschlagen hätte, dass ich mich neben Kerzen lege, könnt ihr hier nachlesen:

Jedem von uns fallen sicherlich sofort bestimmte Situationen ein, wenn wir mal darüber nachdenken, wann wir uns am wohlsten fühlen, und wann wir Angst haben. Das ist natürlich individuell und was eine Person als beängstigend empfindet, kann für eine andere Person vielleicht sogar eine Wohlfühlsache sein. Es ist doch schön, dass Menschen so unterschiedlich sind.

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Ich fühle mich beispielsweise wohl, wenn ich in einer Decke eingekuschelt auf dem Sofa liege, dabei eine gute Serie gucke, ein gutes Buch lese oder Musik zu hören.  Dabei kann ich alleine sein, oder mit meinen Liebsten zusammen. Ich fühle mich wohl, wenn ich frisch geduscht in unserem neu bezogenen Bett liege. Ich fühle mich wohl, wenn ich Menschen um mich habe, die mir viel bedeuten.

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Ich bin skeptisch. Ich bin ängstlich. Das war ich schon immer und werde es vermutlich auch immer sein. In nahezu jeder positiven Situation suche ich erstmal einen Haken, bis ich einsehe, dass es Dinge gibt, die keine negativen Seiten mit sich bringen. Ich bin skeptisch gegenüber allem, was potentiell gefährlich ist: Höhe, Wasser und eben auch Feuer.

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Doch Skepsis ist ja auch gesund. Sie ist wichtig und menschlich. Im Grunde genommen können wir alle so skeptisch sein, wie wir wollen, solange das unser Leben nicht beeinflusst. Solange wir uns von der Skepsis nicht diktieren lassen, was wir wann und wie zu tun haben.IMG_8341-Bearbeitet_logo

Sich fallen lassen zu können – das ist so wichtig, wie kaum etwas anderes. Doch das muss gelernt werden. Sich auf Situationen einzulassen, die einem im ersten Moment Angst machen, muss man üben. Wir haben unser ganzes Leben Zeit, zu lernen, zu üben, zu überwinden. Doch wollen wir wirklich unsere begrenzte Zeit mit Angst verschwenden?IMG_8388-Bearbeitet_logo

Um zu dem Feuer zurück zu kommen: Ich hatte wirklich soweit ich zurück denken kann panische Angst vor Feuer. Wie ich irgendwann herausfand, brannte im Kindergarten wohl mal ein Tischgesteck, danach wollte ich keine Kerzen mehr am Geburtstag. Das weiß ich schon gar nicht mehr. Mein Verdrängungsmechanismus ist großartig.
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Als bei meiner Mama eines Mittags Öl in einer Pfanne entflammte und ich daneben saß, da wurde mir bewusst, wie tief meine Angst sitzen muss. Als wir die Wohnung verlassen und die Feuerwehr rufen mussten. Meine Mama mit Verdacht auf Rauchvergiftung mitgenommen wurde. Die Polizei mich befragte, was passiert war. Ich später ins Krankenhaus fuhr, um meine Mama (übrigens putzmunter und gesund!!!) auf der Intensivstation zu finden. Das hat irgendwas in mir erneut ausgelöst und die Angst vor Feuer regierte ziemlich lange mein Leben. Da war ich 15.

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Ich hatte nicht nur riesige Probleme damit, dass in demselben Raum, wo ich mich aufhielt, Kerzen brannten. Es durfte auch kein Öl mehr in der Pfanne erhitzt werden. Und ich dachte regelmäßig, die Gastherme im Badezimmer könnte explodieren. Lief immer wieder hin, um zu gucken. Konnte nicht einschlafen deswegen. Über einige Jahre bestimmten eben solche Gedanken meinen Alltag. Eine Angst, an die man sich gewöhnt, die einem irgendwann vorkommt, wie ein bester Freund.

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Ich habe sie überwunden. Es hat sehr lange gedauert, es war nicht immer einfach und hat viel Kraft gekostet. Doch ich habe nicht mehr länger Angst vor Feuer. Ich kann ein Streichholz anzünden und ich habe unzählige Kerzen im Wohnzimmer.  Und: Ich konnte mich beim Shooting neben die Kerzen legen. Mit gesunder Skepsis, aber ohne Angst.

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Schaut unbedingt auch mal beim Fotografen Florian Maul vorbei. Er macht wirklich wunderschöne Bilder:  Facebook  – Seite. 🙂 Ich hoffe, in Zukunft nochmal mit ihm zusammen arbeite zu können! 🙂

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2 Gedanken zu “Find comfort in your fears.

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