Vier Jahre schwarzes Fellknäuel.

Heute vor vier Jahren kam Jamie auf die Welt gepurzelt, direkt in mein Herz. Ich kann es gar nicht glauben, wie viel Zeit seitdem vergangen ist, was wir alles erlebt haben und wo wir nun stehen. Happy Birthday kleiner Mann, auch wenn du nicht lesen kannst – das hier ist für dich:

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Im Februar 2013, zu deinem „einjährigen Einzug“ bei mir, schrieb ich dir folgende Worte: In dem letzten Jahr ist wahnsinnig viel passiert. Du bist unfassbar gewachsen und wiegst mehr als das Dreifache deines Babygewichts. Du hast deine Zähne verloren und neue bekommen. Du bist stubenrein geworden und ich habe einen neuen Bodenbelag. Einen neuen Couchtisch und diverse neue Pullis.  Du bist vernünftiger geworden und mit der Pubertät wieder unvernünftig. Doch du hast so viel gelernt. Nicht nur durch mich, auch durch eigenes Ausprobieren und durch andere Hunde. Ich bin so unfassbar stolz, dass du nun Erwachsen bist und trotzdem froh, dass es noch so viel zu lernen gibt. So viel zu entdecken und zu erleben. Jeden Tag, wenn du mich weckst bin ich dankbar, dass du da bist. Und ich genieße jeden Tag, denn ein Hundeleben ist nicht unendlich lang. Du bist die Konstante in meinem Leben, die mich jeden Tag zum Aufstehen zwingt und dazu bringt Schritt für Schritt weiterzugehen. Jeder, der genervt ist von all den Hundebildern und davon, dass ich immerzu von dir erzähle, hat es nicht begriffen, was ein Hund bedeuten kann. Ein Hund sieht keine Fehler in dir, er verzeiht dir schlechte Laune und er steht immer an deiner Seite, um dir mit seiner kalten Schnauze an die Hand zu stupsen.

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An meinen Gedanken zu Jamie hat sich kaum etwas geändert. Tag für Tag bin ich dankbar dafür, dass ich ihn in meinem Leben habe. und liebe ihn von Sekunde zu Sekunde noch ein Stück mehr. Ich bin immer noch entzückt, wenn er beim Schlafen so niedlich aussieht oder wenn er mich mit seinen brauen Augen anguckt. Auch wenn es in den letzten Jahren an vielen Stellen nicht einfacher wurde – an anderen dafür schon. Ein Hund ist nun mal kein Regelwerk, keine Maschine, kein Stofftier. Er ist ein Lebewesen mit Bedürfnisse, mit Gefühlen und ganz klar einem eigenen Kopf. Das habe ich in den letzten Jahren lernen müssen. Die Welpenschule und den Grundgehorsams-Kurs waren jetzt nicht super schlecht, keine Frage, doch bei beiden wurden die Hunde eher dressiert, anstatt dass man lernte, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Irgendwann hat das bei Jamie nicht mehr funktioniert, denn wie ein trotziges Kleinkind begann er „zu hinterfragen“ (ich weiß, dass klingt sehr vermenschlicht, aber mir fällt keine andere Phrase dafür ein), ich habe für mich alleine trainiert und kam damit an meine Grenzen. Er ist sicherlich der liebste Hund der Welt, ist verschmust, liebt jeden Menschen und jeden Hund. Vermutlich würde er sogar unser Kaninchen am Leben lassen, würde ich es drauf ankommen lassen, doch er hat seine Macken, seine Eigenarten. Und dies zu akzeptieren – ohne mir selber Vorwürfe zu machen, was ich in seiner Jugend hätte „besser“ machen können – ist definitiv eine harte Aufgabe für mich gewesen. Doch ich bestehe sie, Tag für Tag.

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Mein Hund frisst ALLES. Das ist unser großes Problem, was ich viel zu spät ernst genommen habe. Stöckchen, Plastiktüten, Kaninchenköttel. Auch der Käse auf unserem Tisch letztes Jahr an Silvester war zu verlockend. Und das war der Punkt, an dem ich beschlossen habe, wieder eine Trainerin zu suchen. Ich hatte Glück, denn mit Lina haben wir einfach unsere Heldin gefunden. Eine Trainerin, die nicht nur auf den Hund eingeht, sondern auch auf mich. Auf uns: als Hund-Mensch-Team. Jamie hat so unfassbar schnell gelernt. Ich wünschte, wir hätte sie früher in unserem gemeinsamen Leben gehabt. Inzwischen kann Jamie Dinge draußen Tauschen oder auch gar nicht erst anrühren. Das klappt nicht immer und nicht bei allem – aber sicherlich in 8 von 10 Fällen. Und für ein Jahr Training finde ich das super. Wir haben seine Ernährung auf BARF (Rohfleischfütterung) umgestellt, wodurch er entspannter wurde. Wenn meine Freundin zum Kochen und Filme gucken kommt, liegt Jamie im Korb und später neben uns auf dem Sofa. Auch das wäre bei dem ehemaligen Hibbelkopf vor einem Jahr niemals denkbar gewesen. Außerdem hat Lina uns das allerwichtigste beigebracht, was wir wissen mussten: „Management ist alles! Dein Hund muss nicht alles können.“ Danke du Großartige für alles – ich weiß nicht, ob dir klar ist WIE SEHR du unser Leben verändert hast. :-* ❤

 

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Ich weiß nun, mein Hund muss nicht funktionieren – ich muss nur Mittel und Wege finden, wie er Spaß daran hat, mit mir zusammen zu arbeiten. Und das klappt! Ich bin nicht mehr enttäuscht, wenn etwas mal nicht auf Anhieb funktioniert, denn ich habe gelernt, dass das ganz normal und wirklich nicht schlimm ist. Ich habe gelernt drüber zu stehen, wenn mir dubiose Hundebesitzer draußen im Park Ratschläge geben wollen und mir an den Kopf knallen, was wir alles falsch machen. Denn sie wissen nicht, was ich weiß: Wie viel wir gelernt haben und wie viel besser unsere Probleme geworden sind.

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Jamie ist sicherlich kein Engel, aber er ist auch kein kleiner Teufel mehr. Ich habe das Gefühl, er ist dankbar dafür, dass wir hier zu dritt wohnen mit seinem allerliebsten Herrchen (dem tollsten Verlobten, der trotz seiner anfänglichen Skepsis dem wilden Jamie gegebenüber sich nicht hat abschrecken lassen und nun jeden Abend mit ihm knuddelt). Er ist dankbar dafür, dass wir viel kuscheln, was für ihn das Allergrößte ist. Er ist dankbar, dass ich draußen seine Grenzen erkenne, wenn er nicht mehr mitarbeiten kann und wieder eine Pause braucht. Ich spüre, dass er dankbar ist, dass wir an seinen Problemen trainieren und ich sehe es in seinem Blick. So ein Hund lehrt dich jeden Tag wer du bist, und wer du sein solltest. Er weckt das Schlechteste, aber auch das Beste in dir. Und dafür bin ich diesem schwarzen Fellknäuel Tag für Tag dankbar.

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Happy Birthday kleiner Mann. Vier Jahre bist du nun alt – auf das viele weitere Jahre folgen werden. Du hast keine Ahnung, wie lieb ich dich habe! ❤

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