Seit einiger Zeit gibt es bei Facebook eine neue „Funktion“ – es werden einem alle Beiträge gezeigt, die man vor x Jahren an exakt demselben Tag bei Facebook gepostet hat. Interessant, wenn man daran erinnert wird, wie es einem vor drei Jahren so ging. Da ich der Meinung bin, dass Depressionen niemals verschwiegen werden sollten, und ich Betroffenen gerne Mut machen möchte, gibt es hier nun den ersten Teil meiner neuen Serie „Please – don’t give up.“ 

Erinnerungen

Zunächst war ich nicht ganz so begeistert, alte Beiträge zu sehen. Das Internet vergisst eben nichts. Und ich habe offenbar vergessen die Überbleibsel meines eher nicht so tollen Jahres 2012 zu löschen. Doch irgendwie ist es auch ein schönes Gefühl, zu sehen, wie ich mich in den letzten drei Jahren verändert habe – und vor allem, wie sich mein seelisches Wohlbefinden verändert hat. Hätte mir damals jemand gesagt, dass es mir schon so schnell wieder besser gehen würde, ich hätte ihm nicht geglaubt. Doch wenn man an sich selbst glaubt und ein paar Dinge im Leben beachtet, dann kann man es schaffen von ganz unten nach ganz oben zu gelangen. Habt nur Mut!

Meinen ersten Beitrag in dieser Reihe möchte ich gerne mit Bildern aus meinem zweiten Shooting mit Britta Beutnagel ergänzen. (Die Bilder unseres ersten Shootings findet ihr hier.) Ich finde sie unglaublich passend, da sie das „Ergebnis“ meiner Entwicklung  gut zeigen. Begleitet hat uns an dem Nachmittag André, von dem diese Behind the Scenes – Fotos stammen. 🙂 Ich liebe es mit Britta zusammen zu arbeiten. Sie ist mit so viel Herz und Kreativität bei der Sache, dass es einfach nur Spaß macht. Ein ganz besonders schöner Nachmittag, da meine beiden Lieblingsfotografen dabei waren. Später hat André übrigens die hübsche Britta fotografiert, auf seiner Seite findet ihr die Ergebnisse.

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Nun kommen wir aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrags.

Ich denke wirklich ausnahmsloser jeder kennt Tage, an denen nichts zu laufen scheint. Bei manchen hören diese schrecklichen Tage nach einem Wochenende wieder auf, bei manchen ziehen sie sich wie Kaugummi Wochen um Wochen hin, bis man plötzlich merkt, dass es einem jetzt schon ein Jahr lang nicht mehr wirklich gut ging. Man ist unzufrieden, mit sich, mit seinen Entscheidungen, mit -gefühlt- allem. Du kannst nicht mehr vernünftig schlafen, doch aus dem Bett aufzustehen fällt dir auch schwer. Kaum etwas begeistert dich noch. Du greifst jeden Strohhalm, der erscheint, nur um zu merken, dass er durchbricht, weil er deine Last nicht halten kann. Eine Endlosschleife Scheiße. So fühlt sich das an. 
Sia Breathe me
Annika Schwedhelm VI_web

Wieso hörte ich immer wieder das eine Lied? Musik schafft es, uns in Stimmungen zu versetzen, die wir hatten, als wir die Musik zum ersten Mal gehört haben. Man kann bestimmte Gefühle wieder hervorrufen – immer und immer wieder. In Endlosschleife. Bei positiven Gefühlen ist es das Wertvollste überhaupt, denn schlechte Laune kann mit nur einem Klick verschwinden; genauso zuverlässig kann es einem also wieder schlecht gehen. Es gibt Lieder, die werden ein Leben lang einen bitteren Beigeschmack haben.

my immortal

Man hält sich selbst gefangen in einem Geäst aus schlechten Gedanken, die dich verpesten. Und mit dir auch deine Umwelt. Du sprichst immer wieder mit den Menschen, die dir alles bedeuten. Familie, Freunde. Sie alle sagen dir „Es wird wieder besser werden.“ – und wenn man daran glaubt und es wirklich will, dann wird es das auch. Ich habe viel zu lange nicht daran geglaubt, mich in meinen negativen Gedanken gesuhlt, sie irgendwann angefangen zu genießen und zu lieben und dabei das Wichtigste vergessen: Mich und das Leben zu lieben.

Annika Schwedhelm VII_web

mad world

Wenn ihr merkt, dass ihr alleine nicht mehr klar kommt, sucht euch Hilfe. Das ist absolut nichts verwerfliches – dazu gibt es doch all die vielen Anlaufstellen. Ihr könnt noch so gute Freunde haben und eine immer verständnisvolle Familie. Helfen könnt ihr euch nur selbst, und den Weg dahin muss euch manchmal eine vollkommen neutrale Person zeigen.

Annika Schwedhelm VIII_web

 

tired of life

Denn ehrlich mal – auf dieser Erde, so viel auch schief läuft, gibt es so wunderschöne Dinge zu erleben, wenn man die Sichtweise ändert. Wer immer nur nach unten schaut, der kann das nicht sehen. Man muss es sehen wollen, um zu begreifen wie lange man blind durchs Leben ging.

Doch irgendwann kommt der Punkt, da wachst du auf, nicht mehr müde vom Leben, sondern bereit zu kämpfen. Du schaust nach vorne, nicht weil du musst, sondern weil du willst. Und dann kann alles besser werden. Der Antrieb zur Besserung kommt immer von dir selbst. Dann fügt sich alles. Gehst du fröhlicher durchs Leben, triffst du Menschen, die dir gut tun. Wenn man offener durch die Welt läuft und sich selbst wahrnimmt, dann tun das auch andere. Und glaubt mir, es lohnt sich, auch wenn der Weg kein einfacher ist und dein Dämon dich vielleicht niemals ganz verlässt.

Annika Schwedhelm IX_web Annika Schwedhelm X_web

 

Fortsetzung folgt.

 

Screenshots sind von meinem privaten Facebookaccount. Wer mir bei Facebook folgen möchte, kann dies über meine Seite Woerterrascheln tun. 🙂

Besucht außerdem unbedingt Britta: flickr.com/photos/britta-beutnagel/

Und natürlich André: facebook.com/aPlusPhoto

8 Comments

  1. Oh mein Gott, sind die Fotos wunderschön, du bist so talentiert und ich hoffe, eines Tages auch so gut zu sein!

    Ich liebe deinen Beitrag und finde es so richtig gut, dass du das teilst. Auch ich hatte mal mit schwierigeren, dunklen Phasen zu kämpfen und es ist so wichtig Menschen, die nun gerade in diesem Sumpf stecken zu sagen, dass es wirklich besser werden kann, auch wenn es seine Zeit braucht – und nicht aus der Sicht von jemandem, der das noch nie erlebt hat, sondern wenn man diese Phase erfolgreich hinter sich gebracht hat. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine 🙂

    Bin auf jeden Fall super froh dich zufällig gefunden zu haben und freue mich schon auf deine nächsten Posts! ❤

    1. WOW! Ich habe mich so unfassbar über deinen Kommentar gefreut, das kannst du dir gar nicht vorstellen!
      Den Lob über die Fotos gebe ich direkt an die liebe Britta weiter. Ich hab ja „nur“ rumgestanden und mich ins richtige Licht rücken lassen. 😀 ❤
      Es ist für mich so schön zu hören, dass der Beitrag gut ankommt und ich habe eben mal deinen Blog angesehen und deinen Beitrag "EIN GESTÄNDNIS • A CONFESSION" gelesen und mich ein bisschen darin wieder erkannt. Ich hatte auch mal einen anonymen Blog, wo ich echt komplett ALLES geschrieben habe, was mich so bedrückt. Wenn man nicht mehr anonym ist, denkt man doch 3x nach.
      Mir hat es in meiner schlimmen Zeit auch geholfen von Menschen, die ähnliches erlebt haben, Ratschläge zu bekommen. Irgendwie sind diese dann doch immer authentischer.
      Ich werde deinem Blog auch folgen (und direkt mal deine Instagram-Seite suchen, denn deine Bilder sind auch wirklich super schön!!!)
      Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend ❤

      EDIT: Ich Dussel folge dir bei Instagram ja schon längst. :’D Und ich frage mich bestimmt fünf Minuten woher ich einige der Bilder auf deinem Blog kenne. :’D

      1. haha du bist nicht der einzige Dussel hier 😀 ich war auch zuerst verwirrt, weil ich dachte, dass du nicht so aussiehst wie die Fotografin hier, hab aber nicht kapiert, dass du auch mal vor der Kamera stehst und deshalb gedacht, dass du die Fotos von einer anderen gemacht hast 😀 also, grosses Kompliment an die Fotografin, die Fotos sind wunderschön und DU AUCH!! *__* wow! und die Location ist auch super, das habt ihr toll gemacht! :))

        Du warst auch in der deutschen „Blogspot-Szene“ unterwegs? 😀 wann war das denn?

        hihi und wir haben noch eine Gemeinsamkeit – vegan :)) wobei ich zugeben muss, dass ich mir eine zweiwöchige „Auszeit“ genommen habe, weil ich mich besser informieren muss. Jedenfalls ist dein Blog wunderbar und du bist mir super sympathisch :))

        Frohe Weihnachten!! ❤

      2. Du bist so so lieb – ganz ganz vielen Dank!!! :* 🙂
        Uff so um 2009-2011 rum muss das gewesen sein. Aber ich war noch aktiver bei tumblr – da lief das für mich irgendwie besser als auf Blogspot. 😀
        Voll schön, dass du dich auch vegan ernährst. 🙂
        Du bist mir auch einfach richtig dolle sympathisch und ich freue mich, dass wir gegenseitig unsere Blogs gefunden haben. *-*
        Einen guten Start in das neue Jahr wünsche ich dir! ❤

      3. Nichts zu danken :* ach so, dann haben wir uns da „verpasst“, wäre noch cool gewesen, wenn wir gemeinsame Internetbekanntschaften hätten 😀
        Ich mag deine neue Serie (366) übrigens sehr 🙂 schöne Woche! ❤

  2. Wow. In diesem Beitrag steckt extrem viel drin. Klar, die Fotos sind genial! Aber der Inhalt des Textes berührt. Ein Thema das nicht oft angesprochen wird aber immer öfter allgegenwärtig ist. Das leben macht es einem manchmal nicht einfach. Schade das es (zu) wenig Hilfe gibt… Ich bin froh das ich meine schweren Zeiten überwunden habe. So konnte ich den Beitrag lesen und zustimmend nicken. Und die Fotos genießen 😉
    lg Markus

  3. Dein Text ist wirklich sehr berührend. Es hat mich zu Tränen gerührt. Deine Fotos finde ich wunderschön. Sie unterstreichen den Text so gut. Danke für diesen sehr gefühlvollen Beitrag. So etwas gibt einem immer wieder Kraft! LG Netti

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