„After all this time? Always.“

… oder: 5 Gründe, wieso ich ein Potterhead bin und mich auch mit meinen 23 Jahren nicht dafür schämen muss.

Mein heutige Post dreht sich um meine absolute Lieblingsbuchreihe seit ich in der Lage bin selbstständig lange Bücher zu lesen: Harry Potter. Ich denke jeder, der auch ein Kind der 90er Jahre ist und Geschichten mit einer Menge Fantasieeeeee liebte, wird dem Jungen, der überlebte, und seinen Abenteuern verfallen sein. Der erste Band bzw die deutsche Übersetzung erschien im Juli 1998. Da war ich 6. Zunächst ging die Harry Potter – Welle irgendwie an uns vorbei. Doch sobald man es im Freundeskreis – und nein, nicht nur in meinem, sondern auch dem meines Vaters – flüstern hörte, wie toll diese Geschichte doch sei, landete das Buch natürlich auch bei uns Zuhause…

Das war also in der Grundschulzeit. Ich konnte schon lesen, doch viel schöner fand ich es, dass mein Papa es mir abends vor dem schlafen gehen vorlas. Heute weiß ich: Oft hat er auch lange nachdem ich eingeschlafen war schon weitergelesen und musste am nächsten Tag die Seiten wiederholen. Doch das ist bei der Geschichte kein Problem. Ich kann wirklich nicht zählen, wie oft ich das Buch bzw die Buchreihe schon gelesen habe, es sind unendliche Male. Auch im Urlaub war der junge Zauberer und seine Freunde immer dabei und manchmal las auch ich meinem Papa vor. Denke ich an die Geschichten, sehe ich die Bücher in den Regalen stehen oder auch die DVDs, so habe ich Schmetterlinge im Bauch. Das ist ein Gefühl, was nur jemand nachempfinden kann, der eben diese EINE Sache in der Kindheit hatte, die einen süchtig machte. Warum? Das erzähle ich euch jetzt. (Spoiler Alert!)

Grund Eins: Harry, Ron und Hermine wurden mit mir erwachsen.

Wie bereits erwähnt, las ich den ersten Band in der Grundschule. Der letzte erschien 2007. Der erste Film wurde ebenfalls irgendwann in der Grundschulzeit ausgestrahlt. Ich war dreimal drin, das weiß ich noch genau. Mit der Schulklasse, mit meinem Vater und einer Freundin & mit meinem Vater und meinen Großeltern. Das war das einzige Mal, dass ich mit meinen Großeltern im Kino war und es ist und bleibt eine wunderschöne Erinnerung. Der letzte Film erschien im Juli 2011. 14 Jahre nachdem das erste Buch erschien. In anderen Zahlen ausgedrückt: Ich war ungefäht 7, als ich die Zauberwelt rund um Hogwarts kennenlernte und auf meinen eigenen Brief wartete und 19, als der letzte Film im Kino lief und mit ihm meine Tränen, da damit eine Phase abgeschlossen war. Meine Helden waren erwachsen geworden und ich auch.

Grund Zwei: Flucht in eine andere Welt.

Ich war und bin noch heute oft ein sehr schüchterner und in sich gekehrter Mensch. Ich brauche Zeit, um aufzutauen und lebte sehr lange mehr in meinen Traumwelten, als in der Realität. Das hat sich inzwischen geändert, doch trotzdem bleiben die Harry Potter – Bücher ein Ort der Zuflucht. Als mein Opa starb, war eine meiner ersten Reaktionen mir den ersten Band von Harry Potter zu schnappen und einfach drauf loszulesen. Bin ich krank, mache ich mir die Filme an. Kann ich nicht einschlafen, weil meine bessere Hälfte unterwegs ist, ein Hörbuch. In der Welt von Harry Potter bin ich Zuhause. Das mag für viele albern klingen, mir hat es oft meinen Arsch gerettet, dass ich so einen Zufluchtsort hatte.

Grund Drei: Es stärkt den Charakter.

Erinnert ihr euch an Hermine, die einen großen Teil des ersten Bands von Harry und Ron gehänselt wurde? Doch dann rettet sie ihnen das Leben und sie werden gute Freunde. Hermine hat sich nicht unterkriegen lassen und ist ein Charakter, der immer an das Gute im Menschen glaubt. Sie ist die einzige, die auch Professor Snape nicht als Bösewicht abstempelt, wie die anderen es tun. Am Ende behält sie schließlich Recht. Wer glaubt, Harry Potter ist ein Kinderbuch, in dem es ausschließlich um Zauberei geht, der täuscht sich. Es geht um die Liebe, um den Glauben an sich selbst und daran alles schaffen zu können. Es geht darum, Mut zu beweisen und Freundschaften zu erhalten, egal wie schwierig es wird. Durch die unterschiedlichen Charaktere wird sich jeder in diesem Buch wiederfinden können und schließlich für sich selbst etwas lernen.

Grund Vier: Es ist etwas fürs Herz, die Seele und wie ein Tagebuch.

Egal wie oft ich die Szene sehe in welcher Sirius ins Reich der Toten fällt, Dumbledore vom Turm stürzt, Dobby in Harrys Armen stirbt oder Snape seine letzten Worte ausspricht. Es bringt mich jedes Mal zum Weinen. Jedes. Mal. Doch auch die schönen Momente in den Büchern bringen mich zum Schmunzeln, Lachen, treiben mir Schmetterlinge in den Bauch und das Gefühl von „dieses Gefühl kenne ich doch.“ Dann erinnere ich mich, dass ich diese Szene auch mal gelesen habe, als ich in Dänemark auf der Terrasse in der Sonne lag oder als ich im Wohnzimmer auf dem Sofa lag und den Tod meines Hundes verarbeitet habe. Ich bin sowieso der Meinung, dass Bücher Erinnerungen aufheben. An ihren Seiten kleben sie, so fest, dass sie dort nicht mehr fortgehen – auch in hundert Jahren nicht. Ein Buch, welches man hunderte von Malen gelesen hat, hält tausende von Erinnerungen fest. Der perfekte Tagesbuch-Ersatz.

Grund Fünf: Es gibt 100 Gründe, „Harry Potter“ zu lieben.

Ich könnte diese Liste endlos weiterführen. Begonnen bei der grandiosen Schreibweise, der tollen Fantasie und den perfekten, zahlreiche Charaktern. Die vielen mystischen Wesen, die Zaubersprüche, die Tatsache, dass Hogwarts Harrys Zuhause ist. Dem Süchtigkeitsfaktor, der auch nach 17 Jahren nicht nachgelassen hat. Der Zuneigung, die ich für die Autorin empfinde, weil sie dieses Werk geschaffen hat. Die Aufregung den Abend bevor ein neuer Band erscheinen wird und die Vorfreude, wenn ein neuer Kinofilm herauskam. Der Kloß im Hals, als die letzten Seiten des letzten Bands ausgelesen waren, als der letzte Film geguckt war und die Leere, die dann erstmal herrschte. Die vorherigen vier Gründe, waren sehr persönliche Gründe, von denen ich aber garantiere, dass sie mit mir Millionen von Menschen teilen.

Nun bin ich erwachsen, doch trotzdem ist die Geschichte über Harry Potter ein Teil von mir, ein wichtiger Teil, denn durch Harry Potter habe ich die Liebe zur Literatur entdeckt und den Willen selbst eine Fantasiewelt zu schaffen, in der sich eines Tages vielleicht auch Kinder und Jugendliche verstecken können. Ich freue mich schon darauf, wenn ich meinen eigenen Kinder später mal die Bücher vorlesen kann und hoffe, sie mit meiner Begeisterung für die Zaubererwelt anstecken zu können. Und wenn nicht, dann lese ich die Bücher eben für mich alleine, wieder und wieder und wieder.

 

Und hier nochmal zwei YouTube-Clips zu meinen beiden Lieblingscharakteren:

 

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