Kreativitätsloch.

Heute möchte ich ein paar Gedanken los werden. Zu meinen Studium, zu meinen Lieblingstieren und zu der großen Frage, wieso man depressiv mehr Kunst zu Stande bringt, als gut gelaunt.

Ich war die letzten Monate richtig richtig faul. Die Rechnung habe ich nun… es sind noch knapp drei Wochen bis zu meiner mündlichen Prüfung in Philosophie und bisher weiß ich nichts. Das ist leider nicht mal übertrieben, ich weiß tatsächlich nichts. Ich muss drei Hauptwerke kennen und können und den Autor verstanden habe und seine Argumente wiedergeben. Das klang erstmal so einfach, absolut machbar, kein Problem. Aber leider hab ich bei allem Optimismus vergessen, dass man Philosophen nicht einfach so versteht. Die sagen nicht, was sie denken, sie umschreiben es. Mit viel zu vielen Worten, gut verpackt in komplizierte Satzstrukturen und versteckt zwischen den Zeilen. Manchmal hasse ich mein Nebenfach wirklich sehr. In meinem Hauptfach Literatur ist das ganz anders. Da kann ich mich in die Gedanken hineinversetzen und den Autor verstehen. Leider hab ich alle Module meines Hauptfaches noch fertig. Erst zur Bacherlorarbeit ruft mich die Literaturwissenschaft wieder und so lange darf ich mich noch mit Philosophie und Interkulturellen Studien auseinander setzen. Hab ich eine Lust.

Vermutlich ist es genau diese fehlende Motivation, die mich dazu verleitet hat, in den letzten Monaten fleißig zu sein, die daran Schuld ist, dass ich nun seit 3 Wochen jeden Tag auf meinen Arsch sitze, und lerne und mich verzweifelt frage: Schaffst du das? Das Studium geht mir nur noch auf die Nerven. Ich kann es gar nicht mehr erwarten die Bachelorarbeit zu schreiben und dann endlich zu gucken in welche Richtung sich mein berufliches Leben so entwickelt. Ich habe so viele Ideen und Pläne, wie ich mich selbst verwirklichen kann und damit hoffentlich Geld verdiene.

Sonntag war ein „heute mal raus mit uns“ Tag. Mein Freund und ich waren in Dörverden im Wolfscenter. An dieser Stelle sagen Bilder dann wohl echt mehr als tausend Worte. Ich habe es so genossen, diese wunderschönen Tiere zu beobachten – wie sie miteinander umgehen & wie neugierig sie auch auf Besucher reagieren. Außerdem war es super interessant die vielen Gemeinsamkeiten im Verhalten mit meinem Hund festzustellen. Da sieht man die Verwandschaft so eindeutig, dass es fast unheimlich ist. Fotos kommen in meinen „Animals“ Beitrag. (*click*) Sind sie nicht wunderwunderschön?

Auf dem Heimweg, kam mir der Gedanke, dass ich mal wieder mehr Bilder malen müsste. Mein Freund meinte sofort „Ja klar, mach das doch.“ Meine Gedanken schwirrten noch weiter umher, bis ich erschrocken feststellte: Ich male und schreibe viel weniger, seitdem ich glücklich bin. Das klingt so unfassbar bescheuert und logisch zugleich. Glücksgefühle schreien nicht danach verarbeitet zu werden. Man erlebt sie und genießt sie mit jeder Faser des Körpers. Man möchte sie in sich behalten, für immer, und darum verarbeitet man sie nicht. Es besteht gar nicht die Notwendigkeit über das Glück zu philosophieren, denn es reicht, dass es da ist. Mit dem Umglück (und den damit oft verbundenen Depressionen) verhält es sich komplett anders. Man will es los werden, will all die negativen Gefühle verstehen, um sie schließlich abstreifen zu können. Also schreibt man sie „raus“ aus dem Kopf, in der Hoffnung, die bösen Gedanken verschwinden dann. Man malt die Wut aus dem Körper und sieht seine wirren Gedanken in Farbklecksen auf der Leinwand erscheinen. Ich habe früher so viel geschrieben und gemalt. Habe so viele negative Gefühle verarbeitet (oder auch: verarbeiten müssen.) und jetzt, wo mir bewusst wird, wieso ich früher kreativer war, denke ich mir: Eigentlich ist es doch gut, dass ich es nicht mehr bin. Eigentlich. Denn ich möchte gerne wieder kreativer werden. Kreativer, nicht unglücklich! Ich will lernen, wie man Glücksgefühle in Worte fasst, ohne dass es kitschig klingt. Wie man Zufriedenheit malt, ohne dass die wilden Farbkleckse verloren gehen. Endlich dem Glück eine Gestalt geben. Meine Gefühle unterstützen, nicht loswerden. Nicht verarbeiten, sondern ausdrücken. Das möchte ich, und das werde ich tun. Bleibt dran.

 

 

5 Comments

  1. Gerade der letzte Teil spricht mir aus der Seele! Ich habe früher so viele Bilder gemalt und jeden Tag ins Tagebuch geschrieben, doch im Moment muss ich mich manchmal richtig dazu zwingen.

      1. Obwohl die größten Köpfe der Literatur depressiv waren (Ernest hemingway). Ich weiß nicht, ob es das wert ist.
        Aber vielleicht haben wir ja Glück 🙂

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